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Sensationserfolg beim Red Hook Crit Barcelona

Am vergangenen Wochenende fand bereits zum fünften mal das berühmte Fixie Rennen “Red Hook Criterium” in Barcelona statt. Man könnte sagen, dass es ganz gut für unser 8bar Team lief, doch das wäre maßlos untertrieben. Es war ein Sensationserfolg, der bisher noch keinem anderen Team geglückt ist.  

Das Red Hook Criterium ist für die Leser unseres Blogs und natürlich innerhalb der Fixie Rennszene ein bekannter Begriff. Es ist die größte Fixie Rennserie der Welt und macht jährlich Halt in den Metropolen New York, London, Barcelona und Mailand. Hier treten nur die schnellsten Fahrer an, auf Rädern mit nur einem Gang und ohne Bremsen. Das Starterfeld ist bunt gemischt, und so kommt es vor, dass ehemalige Profis, die bereits die Tour de France oder Paris Roubaix mitgefahren sind, neben Fahrradkurieren am Start stehen. Aber genau das macht das Red Hook Criterium besonders. Es ist schnell, es ist riskant und ein absolutes Erlebnis für alle Beteiligten – Zuschauer sowie Fahrer.

Selbstverständlich war hier auch das 8bar Team mit insgesamt vier Fahrern vertreten. Motiviert und ambitioniert reisten Tim, David, Stefan und Til nach Barcelona, um es dort mit der namhaften internationalen Konkurrenz aufzunehmen. Niemand hat mit dem gerechnet, was hier passieren sollte. Doch eins nach dem anderen.

Der Kurs

>> technisch anspruchsvoll und windig <<

Entgegen der schlechten Wettervorhersage zeigte sich Barcelona von seiner sonnigen Seite. Der Kurs des Red Hook Criterium lag wie schon in den Vorjahren direkt an der Küste der katalanischen Hauptstadt und war nicht nur durch zahlreiche enge Kurven und langen geraden eine technische Herausforderung. Auch die mediterranen Winde pfiffen den Fahrern kräftig um die Ohren und gingen auf dem 1km langen Rundkurs zusätzlich in die Beine. Wer das Red Hook Criterium gewinnen wollte, musste den Kurs im Finale insgesamt 32 Mal absolvieren.

Der Bodenbelag war weitestgehend trocken und griffig, lediglich eine Kurve hatte es in sich. Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung, doch im Rennverlauf entpuppte sich diese Haarnadelkurve als besonders rutschig. Hier kam es im Rennverlauf zu zahlreichen Stürzen. Es galt besondere Vorsicht, aber immer am Limit, denn bremsten Fahrer an dieser Stelle zu stark, verloren sie wertvolle Plätze, gingen sie jedoch zu schnell in diese tückische Kurve, riskierten sie einen Sturz.

Das Qualifying

>> Hot Hot Heat <<

Hier zeigt sich, wer die beste fahrerische Technik und sein Fahrrad beherrscht, denn genau das macht den Unterschied. Bereits bei den Qualifikationsrennen, den sogenannten Heats mit insgesamt 60 Fahrern je Qualifikationslauf, zeigten Tim und David, dass sie zu den Topfavoriten gehören. Sie gewannen ihre Qualifikationsläufe. Stefan schaffte es auf einen guten 9. Platz und war dadurch ebenfalls weiter. Til wurde leider in einen Sturz verwickelt und konnte deswegen nicht in das Finale einziehen.

Die ersten fünf Fahrer aus jedem Heat fuhren beim “Super Pole” um die besten Startplätze im Finale. Da es fünf Heats gab, starteten hier also 25 Fahrer. Jeder fuhr den Rundkurs einzeln gegen die Uhr. Die Rundenzeit entschied dann über Platzierung im Starterfeld des Finales. Tim und David gaben auf ihren Runden alles. Tim absolvierte seine Runde in der schnellsten Zeit und startete somit im Finale von der Pole Position ganz vorn. Ein weiterer und bisher einmaliger Erfolg für das 8bar Team, mit dem niemand gerechnet hat.  Hier hätten die Jungs schon die Sektkorken knallen lassen können, denn es war unglaublich. Aber auch das sollte es noch nicht gewesen sein.

Das Finale

>> Attacke und Gegenangriffe über 32 Kilometer Fullspeed <<

Tim, David und Stefan beschrieben die Stimmung am Start als absolut berauschend. Hier zählt nur noch eins: volle Konzentration und trotz des aufsteigenden Adrenalins einen kühlen Kopf bewahren, um ans Limit zu kommen, ohne zu viel Risiko einzugehen.

Dann kam der Startschuss. Tim konnte seine Pole Position in der ersten Runde verteidigen und gewann die “First Lap Prime”, eine Zwischenwertung für den Fahrer der als Erster die Ziellinie nach der ersten Runde überquert. Über den gesamten Verlauf trafen Attacken auf Gegenangriffe. Wer ganz vorne mithalten wollte, durfte sich keinen Fehler erlauben. Die Führung wechselte stetig und die Spannung stieg für die Zuschauer ins Unermessliche. Stefan hatte einen schlechten Start, konnte dann jedoch wieder Plätze gut machen. Nach einigen Runden war der Abstand zwischen dem Führungsfeld und den Verfolgern jedoch zu groß. Er beendete das Rennen als 35ter.

>> Ein Sensationserfolg <<

Für David und Tim hingegen ging es um die vorderen Plätze. Das zeigte auch der Sieg über die nächste Wertung, der so genannten “Mid-Lap Prime”, welche David für sich entschied.  Es sah lange Zeit sehr gut aus für beide, bis es in der vorletzten Runde zu einem Sturz kam, in dem Tim nach einem grandiosen Rennen leider involviert war. David konnte dem Crash rechtzeitig ausweichen, schnell wieder Fahrt aufnehmen und zudem die nächste Wertung des “Top Antagonist Awards” für sich entscheiden. Auf der letzten Runde lieferten er sich mit seinem Namensvetter Davide Vigano vom Team Cinelli Chrome ein Kopf an Kopf Rennen, dass er in einem überragenden Zielsprint für sich entscheiden konnte. Ein Überraschungserfolg, den selbst David und das gesamte 8bar Team anfangs nicht glauben konnten. Und doch wurde das Undenkbare real:

David van Eerd gewinnt das Red Hook Crit Barcelona, die Mid Lap Prime, den Top Antagonist Award sowie seinen Qualifikationslauf.

Tim Ceresa gewinnt die Super Pole, First Lap Prime sowie seinen Qualifikationslauf

Nie zuvor hat ein Team das alles bei einem einzigen Red Hook Crit gewonnen. Wir bekommen immer noch Gänsehaut, wenn wir an diesen Moment und an die spektakuläre Siegerehrung mit David auf dem obersten Treppchen zurückdenken. Es wird schwer sein, diesen Sensationserfolg zu toppen. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten Rennen und greifen auf jeden Fall beim nächsten Red Hook Criterium in Mailand wieder an.

Hier sind ein paar weitere Impressionen:

Fotos: Jason Sellers // Foto Siegerehrung: Björn Lexius

 


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