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8bar team beim Red Hook Criterium Barcelona 2015

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geschrieben von Maxe Faschina
Fotos: Stefan Haehnel / recentlie.com

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Am Besten erinnert man sich an ein Rennen solange der Körper noch am Regenerieren ist. Oh Mann, auch Tage später bin ich noch so platt!

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Ein Red Hook Crit zu fahren ist auch in dieser Hinsicht anders als andere Radrennen. Die ständige Anspannung der Muskulatur beim Bemsen und Beschleunigen macht sich nicht nur in den Beinen sondern auch im Oberkörper bemerkbar. Mitten im Feld kann man es zu keinem Zeitpunkt mal einfach Rollen lassen außer man geht das Risiko ein seine Ideallinie allen anderen aufzuzwingen.

Das ist eigentlich auch schon das Fazit des Wochenendes; auf einem Kurs mit einer so technischen Haarnadelkurve, werden die bestehen, die entweder als erste einfahren oder innen vorbeiziehen ohne von allen anderen abgestraft zu werden. Aber erstmal zum Anfang…

 

QUALIFIKATION

Das Qualifying wird in sechs verschiedenen Gruppen á 40 Fahrern bestritten. Die Einteilung der Gruppen erfolgt aufgrund bestehender Platzierung in der Gesamtwertung oder Platzierungen vergangener Rennen. Jeder Gruppe bekommt ein Zeitfenster von 25 Minuten, wovon die ersten 10 neutralisiert sind. Danach erfolgt 15 Minuten lang die Jagd nach der individuellen besten Rundenzeit. Die schnellsten 85 Fahrer starten im Hauptrennen und weitere 65 haben die Chance sich durch eine Top 10 Platzierung im „Last Chance Race“ den Start im Finale zu erkämpfen.

Da Tim, Paul und ich in London in den Top 40 durchkamen, durften wir in Gruppe 1 starten. Da in Gruppe 1 die Top Favoriten starten muss man eigentlich nur hinterherfahren und man sollte seinen Finalplatz sicher haben. Das war der Plan und falls es dann doch nicht reicht, würden wir es noch einmal zu dritt in Zeitfahrmanier versuchen. So hat es auch einigermaßen funktioniert und wir waren nach der ersten freigegebenen Runde alle mit schnellen Zeiten qualifiziert. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass noch mehr drin war, weil ich durch langsamere Fahrer ausgebremst wurde und so bat ich Tim, noch einmal eine Runde für mich anzuziehen. Ich wollte nicht wieder von hinten starten, wie es bisher in jedem Red Hook für mich der Fall war. Glücklicherweise hatte ich freie Bahn und konnte mich so auf Position 24 im Startblock schieben.

Tim hatte sich schon mit einer top Zeit in die erste Startreihe für Position 5 qualifiziert und Paul startete aus dem Mittelfeld auf 48. Stefan, der noch kein Red Hook dieses Jahr gefahren ist, musste sich in einer frühen Gruppe bewähren und wurde von anderen Teilnehmern auf seiner schnellen Runde blockiert, sodass er den direkten Einzug ins Hauptrennen um 0,5 Sekunden verpasste. So musste er ins Last Chance Race, in dem es schon richtig zur Sache ging. Er und 8bar Rookie Eike konnten aber das Rennen in beeindruckender Manier von vorne kontrollieren und zogen so durch einen 2. und 4. Platz ins Finale ein. So hatten wir letztendlich 5 Fahrer für’s Finale am Start. Tim auf 5, ich auf 24, Paul auf 48, Stefan auf 87 und Eike für’s Rookie Team auf dem 89. Startplatz.

 

FINALE

Das Level der Fahrer beim RHC ist mit den Jahren stetig gestiegen. Auch dieses Jahr verzeichnet die Starterliste viele Teilnehmer aus dem professionellen Radsportbetrieb. Unter ihnen ein paar bekannte Gesichter aus der US Pro Crit Szene und wir waren scharf drauf uns mit ihnen zu messen.

Die technische Strecke mit einer scharfen Haarnadelkurve als Highlight sollte ein schnelles Rennen ermöglichen.

Wenn man in eine enge 180 Grad Kurve zu dritt oder manchmal zu viert einfährt, führt das zwangsläufig zu Stürzen. Mehrfach setzte jemand mit dem Pedal auf oder Leute drückten sich gegenseitig in die Absperrungen. All dem wollte ich ausweichen können und so nahm ich diese Kurve stets ganz außen. Stefan fiel dieser Kurve zum Opfer als er einem Sturz nicht ausweichen konnte. Zum Glück ist ihm dabei nichts Schlimmes passiert. Ich erlebte dort auch viele kritische Situationen, konnte aber glücklicherweise immer wieder ausweichen. Dennoch büßte ich regelmäßig viele Positionen ein, die ich auf der langen Gegengeraden wieder gut zu machen versuchte. Ich fuhr mit dieser Taktik ganz gut und vor allem sicher.

Währenddessen etablierten sich an der Spitze des Rennens zwei Ausreißer, die langsam aber sicher einen Vorsprung auf’s Hauptfeld herausfahren konnten. Es gab Uneinigkeit über die Nachführarbeit und mehrere kleine Attacken und Vorstöße ließen viele ermüden, sodass das Rennen etwas langsamer wurde, was die Möglichkeit bot langsam nach vorn zu rücken.

Tim und Paul waren sowieso stets vorne dabei und alle waren gut für die finalen Runden positioniert, als plötzlich das Rennen aufgrund eines Sturzes neutralisiert wurde.

Mit nur noch einer Runde auf der Uhr sammelten sich die übrig gebliebenen Fahrer an der Ziellinie. Heftige Diskussionen entbrannten. Die Rennleitung entschied das Rennen mit 2 Runden neu zu starten und den Ausreißern einen 17 Sekunden Vorsprung zu lassen. Das Problem war, dass man während der Neutralisation mit Nachdruck seine Position verteidigen musste, da nun alle wieder aufrückten. Außerdem ermöglichte die kurze Pause  vielen Fahren sich ein wenig zu erholen und so dachte nun jeder er hätte noch eine gute Chance auf ein top Ergebnis. Das war eine gefährliche Ausgangslage und die folgenden zwei Runden wurden äußerst aggressiv und rücksichtslos ausgefahren.

Tim konnte sich dennoch schadlos in den vorderen Positionen halten und sprintete als dritter aus dem Hauptfeld auf den 5. Platz und somit auf’s Podium. Paul fuhr mit einem guten 16. Platz das bisher beste deutsche Ergebnis ein. Ich wurde in der letzten Runde mal wieder durch einen Sturz in der berühmten Kurve aufgehalten und kam als 28. durch’s Ziel. Besonderer Erwähnung bedarf es Eike, der in seinem ersten Red Hook auf dem 54. Platz durchkam. Alles in allem sind wir mehr als zufrieden einen 8bar Teamfahrer auf dem Podium zu haben. Wir wissen nun, dass wir in der Lage sind ganz Vorne mitzuhalten.

Von mir persönlich hätte ich mehr erwartet, aber immerhin wurde mir vor Augen geführt, dass die Wahl der richtigen Linie in diesem Rennen wichtiger ist, als pure Kraft und Ausdauer. Das behalte ich für’s nächste Rennen natürlich im Kopf…

8bar Team Sponsoren: adidascycling.dedtswiss.com

8bar Team Support: kappsteinsellesanmarcoadidaseyewearkaskcontinentaltire.com

Event Info: redhookcrit.com


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