Blog

8bar beim Red Hook Criterium Barcelona 2016

8bar-team-red-hook-crit-barcelona-fixie-fixed-gear-173

Text: Hagen Lindner
Fotos: Stefan Haehnel / recentlie.com

Für viele ist das Red Hook Criterium in Barcelona ein Highlight für sich. Nicht nur als Teil der Red Hook Serie, sondern auch als Höhepunkt der persönlichen Rennsaison. David Trimble brachte das Rennen zum vierten Mal zum „Parc del Fòrum“, welcher direkt am Wasser und nahe der Strände liegt. Wir waren mit sechs 8bar Team Fahrern und fünf 8bar Rookies mit dabei und waren voller Spannung auf den neu designten Kurs, welcher den Eindruck erweckte noch schneller zu sein als 2015.

Rasante Qualifikationszeiten trotz Sommerhitze

8bar-team-red-hook-crit-barcelona-fixie-fixed-gear-126

In diesem Jahr hatten sich mehr als 370 Starter für die Qualifikation der Männer und über 40 bei den Frauen angemeldet. Wie gewohnt war es eine Mischung aus jungen Fixie-Kids, alten Bahnrad-Enthusiasten, Profi-Rennradfahrern, Amateur-Mountainbikern und vielen die sich irgendwo dazwischen bewegen. Es ist großartig zu sehen wie immer wieder neue Fahrer und Fahrerinnen zu den Renen kommen, welche nicht selten gut für eine Überraschung sind. Die Qualifikationsläufe starteten Mittags, als die Sonne die Temperaturen auf der Strecke auf ca. 40°C erwärmt hatte. Bevor es Zeit für die meisten 8bar Fahrer ihren sogenannten „hot lap“ zu fahren – Bei dem es ähnlich wie in der Formel1 darum geht in einer 25 minütigen Session gemeinsam mit 50 anderen Fahrern eine schnelle Runde auf dem 1,1km langen Kurs zu absolvieren – legten die ersten bereits Zeiten mir einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 50 km/h vor.

Die meisten der 8bar Team Fahrer und 8bar Rookies starteten paarweise in den Qualifikationsgruppen 3, 2 und 1. Während sich einige von uns noch mit Verletzungsfolgen des Frühjahrs im Recovery-Prozess befinden und sich deshalb dafür entschieden mit nur einem bekannten Teamkollegen zu fahren, versuchten andere sich in den Windschatten einer schnellen Gruppe zu hängen. Auch wenn das Risiko eines Unfalls dort größer ist, ist es eine bewährte Strategie eine schnelle Runde zu fahren. Was leichter klingt als es ist.

 

8bar Rookie Brian Megens hat diese Saison bereits schon öfter seine Stärke bewiesen und konnte sich auf direktem Weg für das Hauptrennen auf Platz 48 qualifizieren. Nur 8bar Team Fahrer Stefan Schott, der Fahrer mit der meisten Erfahrung in Fixed-Gear Rennen, war noch schneller als er und fuhr mit seiner Zeit auf Position 41. Tim Ceresa, der nach einer Knieverletzung vom Skifahren zu Jahresbeginn erst vor ein paar Wochen wieder aufs Rad stieg, gelang die Qualifikation eng zusammen mit Teamkollege Maxe Faschina innerhalb der Top85, welche direkt im Hauptrennen des Red Hook Crit startet.

Paul Stubert und Konrad Opitz mussten den Weg ins „Last Chance Race“ antreten in dem alle Qualifizierten der Positionen 86 bis 150 in einem verkürztem Rennen von 18 Runden weitere zehn Fahrer ermitteln, welche ins Hauptrennen nachrücken. Leider verpasste Konrad diese Chance knapp mit seinem elften Platz. Paul entschied sich das sehr schnelle und auch aggressive „Last Chance“ Rennen sicher zu beenden und nicht zu viel Risiko einzugehen, da er sich noch von seinem Schlüsselbeinbruch erholt, den er sich beim Red Hook Brooklyn im April zugezogen hat.

Starke Leistung der 8bar Fahrerinnen

Die Qualifikation der Frauen findet traditionell nach denen der Männer statt. So hatten Sami Moreno, welche in Barcelona zu Hause ist, und Carla Nafría, die ebenfalls in Spanien lebt, noch etwas Zeit zu relaxen bevor ihre Qualifikation anstand. Für sie ist es ebenso wichtig sich auf einer guten Position zu qualifizieren wie für die Männer, da auch ihre Crit Rennen in der Regel super schnell starten, wodurch das Feld in der Regel bereits auf den ersten Runden zerrissen wird. Wer dann am Ende des Feldes fährt muss viel Energie lassen um Lücken zuzufahren.  Sami qualifizierte sich auf Platz 16, trotz eines Unfalls der nur eine Woche zurück lag und nachdem sie kaum laufen konnte. Carla zeigte mit der drittschnellsten Zeit ihre Stärke und ihren Hunger auf eine Podiumsposition.

Wenn es dunkel wird steigt die Spannung

Das finale Rennen der Frauen startete wenn die Sonne bereits hinter den Häusern der Stadt verschwand. Die Strecke hatte sich inzwischen sehr gut mit Schaulustigen gefüllt, welche sich vor allem entlang der Startzielgeraden tummelten und mit Spannung den Rennen entgegenfieberten. Anders als zu den vielen Red Hook Criterien zuvor war diesmal eine weniger starke Dominanz einer einzelnen Fahrerin zu beobachten. Ainara Elbusto, die zwar wie gewohnt von Position Eins startete, hatte sichtlich größere Probleme das Feld zusammenzuhalten und die vielen Attacken unterschiedlicher Fahrerinnen unterschiedlicher Teams abzuwehren. Auch Carla war eine von denen die sich während des Rennens immer wieder an die Spitze des Feldes schob, das Tempo anzog und attackierte. Am Ende reichte ihre Energie leider nicht aus um im Schlusssprint ums Podium zu fahren, aber beendete das Rennen trotz alledem auf einem guten 16. Platz. Sami kämpfte in der Verfolgergruppe hinter dem Führungsfeld tapfer und endete in der Top30, nachdem sie nach der Hälfte des Rennen überrundet wurden.

Ein großartiges Comeback für Tim

8bar-team-red-hook-crit-barcelona-fixie-fixed-gear-185

Mit Maxe, Stefan und Tim hatten wir noch drei Eisen für das 8bar Team im Feuer und Brian und Eric Brugnon für die 8bar Rookies. Da alle in der zweiten Hälfte des Feldes starteten war ihre Mission klar gesetzt: Sich so schnell wie möglich so viele Plätze wie möglich nach Vorn zu arbeiten. Keine leichte Aufgabe, da dies auch der Plan all der anderen Fahrer war. So war es auch nicht überraschend, dass das starke Fahrerfeld auch frühere Red Hook Gewinner wie William Guzman nach der Hälfte des Rennens schluckte.

Tim gelang es sehr schnell Plätze gut zu machen und schaffte den Sprung in die Führungsgruppe. Mehr als 50 Plätze machte er gegenüber seiner Startposition gut und feierte mit einem starken Rennen ein großartiges Comeback. Am Ende wurde er 22. und fuhr als einziger in die Punkte, die bis Platz 25 vergeben werden. Maxe und Stefan fuhren am Ende des Feldes am Limit und mussten viel Energie aufbringen um ihre Position zu verteidigen und andere Fahrer zur Zusammenarbeit in kleineren Gruppen zu motivieren. Beide beendeten das Rennen nach der Hälfte der 28 Runden, jeweils mit Platzierung in der Top75.

 

Am Ende war es wieder einmal Collin Strickland, der bisher jedes Rennen der Red Hook Serie 2016 für sich entscheiden konnte, der eine eindrucksvolle Leistung zeigte. Auch wenn es zahlreiche Attacken gab, konnte keiner der Fahrer im Rennverlauf einen größeren Abstand herausfahren. In den letzten Runden gelang es allerdings dem Texaner Tristan Uhl sich mit einem massiven Spurt an Strickland zu heften, der allen anderen bereits wieder davon gefahren war. An der Ziellinie war er dann doch geschlagen. Auch das red Hook Barcelona hat gezeigt, das Geschwindigkeit und Stärke des Fahrerfeldes von Jahr zu Jahr und vielleicht sogar von Rennen zu Rennen zunehmen. Wir sind bereits gespannt wie das letzte Rennen der Serie am 1.Oktober in Mailand verlaufen wird und wie wir uns mit dem 8bar Team und den 8bar Rookies präsentieren können.


Post Tags: