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8bar Adventures – Marokko – Atlasgebirge – Teil 2/2

Fotos: Stefan Haehnel

Text: Stefan Schott

Das ist der zweite Teil des 8bar adventure in Marokko. Es ist eine Fortsetzung. Solltest du also den ersten Teil noch nicht gelesen haben, findest du ihn hier: 8bar Adventures – Marokko – Atlasgebirge – Teil 1/2

Wenn du unsere Kickstarter Kampagne noch nicht kennst, bist du herzlich willkommen uns bei der Umsetzung des 8bar Mitte auf Kickstarter.com zu unterstützen und mitzuwirken.

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– Tag 3 –

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Wir durchquerten marokkanische Dörfer,
die nach alter Tradition komplett aus Lehm gebaut waren.
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Am Morgen des dritten Tages ging es zuerst knapp 20km auf einer stark befahrenen Bundesstraße, bergauf. Es gab keine Alternative, da nur diese Straße über den Kamm führte . Durch die gute Straßenbeschaffenheiten kamen wir zügig voran und erreichten noch vor Mittag den Gipfel des Tizi n’Tichka Passes, mit 2.260m Höhe. Aufgrund des eisigen Windes hielten wir uns nicht lange auf und fuhren nach einer kurzen Pause sofort weiter. Nun setzten wir unsere Route auf einer wenig befahrenen Nebenstraße fort und wurden mit feinstem Schotter belohnt.

Wir durchquerten marokkanische Dörfer, die nach alter Tradition komplett aus Lehm gebaut waren. Ein besonderes Highlight des heutigen Tages war eine alte marode Festung, auch Kasbah genannt, die bereits teilweise eingestürzt war. Am Abend hatten wir erstmals die geplanten 100km pro Tag, geschafft. Von unseren geplanten Gesamt-km waren wir jedoch immer noch weit entfernt.

116,3km / 1.508hm
Gesamt-KM: 213,2km (geplant: 315km)

– Tag 4 –

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Heute war die Devise Team-Time-Trail und wir setzten uns das Ziel maximal alle 50km Pausen einzulegen.

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Am vierten Tag führte die Route an der südlichen Seite des Atlasgebirges entlang. Da wir einiges an Kilometern gut zu machen hatten, entschieden wir uns den heutigen Tag komplett auf gut fahrbaren Straßen zurück zu legen.

Am Morgen pumpten wir nochmal etwas Druck auf unsere Reifen und dann ging es auch schon los. Auf der N10, die wir, aufgrund ihrer unendlichen Weiten und langen Geraden, „Morroccean Route 66“ tauften, kamen wir gut voran. Heute war die Devise Team-Time-Trail und wir setzten uns das Ziel maximal alle 50km Pausen einzulegen. Als wir am späten Nachmittag nach 120km die N10 verließen entschlossen wir uns noch so weit wie möglich an das Atlasgebirge heran zu fahren um am folgenden Tag frisch gestärkt das Gebirge erklimmen zu können.

143,4km / 1.377hm
Gesamt-KM: 356,6km (geplant: 420km)

– Tag 5 –

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Mit der Zeit wechselte die Straße von Asphalt zu Schotter. Es wurde immer steiler und wir kamen nur noch langsam auf dem losen Untergrund voran.

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Am Morgen des fünften Tages ging der Anstieg direkt los. Wir starteten in der Dadesschlucht, welche für ihre spektakuläre Serpentinenauffahrt bekannt ist. Uns war klar, dass der heutige Tag eine Herausforderung werden würde und die Karte zeigte eine stetige Steigung bis Kilometer 70. Die Landschaft wurde immer karger, die Luft dünner und es wurde zudem merklich kälter. Mit der Zeit wechselte die Straße von Asphalt zu Schotter. Es wurde immer steiler und wir kamen nur noch langsam auf dem losen Untergrund voran.

Am späten Nachmittag erreichten wir mit 2.895m den höchsten Punkt des Tages und auch den höchsten Punkt unserer Tour. Es war eiskalt und windig. DasThermometer zeigte -2°C an. Zelten war mit unserer leichten Wanderzeltausrüstung keine Option. Bis zur nächsten Ortschaft waren es noch 25km und es fing bereits an zu dämmern. Wir mussten uns also beeilen falls wir nicht in völliger Dunkelheit bergab auf Schotterwegen unterwegs sein wollten. Mit Vollgas ging es weiter. Leider waren wir wohl etwas zu schnell unterwegs und ich hatte aufgrund eines Durchschlags den ersten Platten und damit ersten technischen Defekt der Tour. Als wir im Ort ankamen war es bereits stockdunkel. Zum Glück fanden wir schnell eine Unterkunft. Da sich die Ortschaft immer noch 2.300m ü. NN. befand und es nachts auch mal unter 0°C kalt war, war unser Zimmer mit einem Holzofen ausgestattet. Die Gelegenheit nutzen wir um nahezu alle unsere Bekleidung zu waschen und danach auf dem Ofen zu trocknen.

98,8km / 1.991hm
Gesamt-KM: 455,4km (geplant: 525km)

– Tag 6 –

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Da es hier keine Autos, wenige Tiere und nur selten Bäume oder Pflanzen gab, die Geräusche verursachten, war es sobald man stehen blieb ungewöhnlich, fast schon beängstigend, still.

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Heute ging es auf einer Hochebene des Atlasgebirges entlang. Wir befanden uns den ganzen Tag über 2.000m und genossen die Stille, die hier herrschte. Da es hier keine Autos, wenige Tiere und nur selten Bäume oder Pflanzen gab, die Geräusche verursachten, war es sobald man stehen blieb ungewöhnlich, fast schon beängstigend, still. Die wenigen Menschen die hier leben gehören zum Berbervolk, welches zu den Ureinwohnern Marokkos zählt und durch ihr traditionelles bodenlange Kapuzengewand eindeutig erkennbar ist. Da es hier wenig Zivilisation gibt, waren wir nahezu den ganzen Tag auf Schotterwegen unterwegs. Am Ende der Tagesetappe ging es eine lange Abfahrt bergab.

110,5km / 1.696hm
Gesamt-KM: 565,9km (geplant: 630km)

– Tag 7 –

 

Der Morgen des 7. Tages begann mit einem 15km langen Anstieg . Danach schien es laut Karte nur noch kleinere Anstiege zu geben. Diese hatten es jedoch in sich und es war ein ständiges Bergauf und Bergab.

Kurz vor einem Gipfel ging es noch mal richtig steil bergauf. Aufgrund einer Baustelle an der Steigung kamen uns zahlreiche LKWs entgegen. Wir waren heilfroh als wir endlich oben ankamen und wussten, dass es die letzten 10km nur noch bergab ging.

Im Vergleich zu den Vortagen heute zwar keine extrem langen Ansteige auf dem Programm gestanden, durch das ständige auf und ab hatten wir mit 2.385m trotzdem ganz schön Höhendifferenz und den Tag mit den meisten Höhenmetern zurück gelegt.

113,9km / 2.385hm
Gesamt-KM: 679,8km (geplant: 735km)

– Tag 8 –

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Alle paar Kilometer kam ein Schild das die Entfernung bis Marrakesh anzeigte: 68, 51, 47,… Der Wind hatte nachgelassen und wir mobilisierten unsere letzten Kräfte.

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Obwohl wir in den letzten Tagen täglich über 100km zurück gelegt hatten, waren es noch immer knapp 160km bis nach Marrakesh. Wir waren uns nicht sicher ob wir das an einem Tag bei den, teils schlechten, Straßenverhältnissen schaffen konnten. Am Morgen mussten wir erst mal einen 10km langen Anstieg bewältigen. Danach war es überwiegend flach. Leider hatten wir starken Gegenwind und wir kamen gerade mal mit gut 20km/h voran. Als wir um 13:00h eine Pause einlegten hatten wir erst 70km geschafft. Nach der Pause ging es gestärkt auf einer etwas befahreneren Bundesstraße weiter. Alle paar Kilometer kam ein Schild das die Entfernung bis Marrakesh anzeigte: 68, 51, 47,… Der Wind hatte nachgelassen und wir mobilisierten unsere letzten Kräfte. Schließlich kamen wir am späten Abend in Marrakesh an.

Nun waren wir zurück in der Zivilisation und bekamen dies sofort zu spüren. Die Straßen waren durch den dichten Verkehr und der Menschenmassen total überfüllt und der Geräuschpegel kam uns extrem hoch vor. Zumindest empfanden wir das nach einer Woche in der Stille.

156,2km / 872hm
Gesamt-KM: 836km

– Résumé – Rückblickend ist alles toll! –

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Wir hätten sicherlich nicht freiwillig einen 15km Fußmarsch über felsiges Gelände eingeplant. Doch nur so hatten wir kleine Dörfer passiert, die sonst nur mit dem Esel erreichbar sind.

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Sobald man den typischen Touristenpfad verlässt sind die Leute unheimlich nett und gastfreundlich. Kinder rennen vor erstaunen auf die Straße um einem zuzuwinken und Autofahrer hupen zum Gruß.

Wir dachten uns zwar während der Strapazen dass es wohl besser gewesen wäre die Tour etwas mehr im Detail zu planen, im Nachhinein waren aber genau diese Umwege mit die Highlights unserer Reise. Wir hätten sicherlich nicht freiwillig einen 15km Fußmarsch über felsiges Gelände eingeplant. Doch nur so hatten wir kleine Dörfer passiert, die sonst nur mit dem Esel erreichbar sind, und Leute kennengelernt die fernab von der Zivilisation leben.

Eine perfekt geplante Tour wird selten zum Abenteuer, aber genau das wollten wir. Das Wichtigste ist dass man solch eine Tour mit Leuten unternimmt die eine ähnliche Einstellung dazu haben und auf die man zählen kann. Wenn ihr also eure nächste Tour plant, dann plant nicht zu viel und erlebt ein Abenteuer, das ihr nie vergesst.

Vielen Dank an unseren Sponsor adidas cycling und unseren Unterstützern DT Swiss und Blackburn Design.

 

Gesamt-KM: 836km / 11.986hm

 


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