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8bar Adventures – Marokko – Atlasgebirge – Teil 1/2

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Fotos: Stefan Haehnel
Text: Stefan Schott

8bar Adventures – Chronik

Die Jungs von 8bar fahren alle selbst gerne Rad und unternehmen immer wieder Ausfahrten, die etwas vom Durchschnitt abweichen.

Angefangen hat dies im Jahr 2012 mit der Alpenüberquerung mit dem Fixie, im Jahr 2013 folgte eine Reise von Berlin nach Prag ohne Karte, mit einem Singlespeed Crosser. 2014 machten wir uns auf nach Polen um die Schneekoppe, den höchsten Punkt des Riesengebirges ,mit dem Rennrad zu erklimmen. Nur eine 12km lange gepflasterte Straße führt dort hoch.

 

8bar Adventures – High Atlas

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Die Straßen sollten möglichst wenig befahren sein – im besten Fall nur Schotterwege. Am Ende ergab sich eine Strecke von 840km mit 12.000hm die sich größtenteils abseits von touristisch erschlossenen Gebieten befindet.

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Im Jahr 2015 suchten Stefan, Max und Stefan von 8bar wieder eine ganz besondere Herausforderung. Die Idee war es mit ihren 8bar Mitte Adventure Bikes möglichst fernab von Verkehr und Tourismus unterwegs zu sein.

Stefan, 8bar bikes: Als Reisegebiet suchten wir dieses mal Afrika, um genauer zu sein Marokko bzw. das Atlasgebirge, aus. Der Atlas bildet eine markante Scheidelinie zwischen dem relativ feuchten Klima im äußersten Norden des Maghreb und der extrem trockenen Sahara.

Start und Ziel waren Marrakesh, welches ca. 50km nördlich des Atlasgebirges liegt. Die Idee war eine direkte Überquerung des Atlasgebirges, um danach auf der Südseite entlang zu fahren und dann an einer anderen Stelle nochmals die Gebirgskette zu queren und schließlich zurück nach Marrakesh zu gelangen. Die Straßen sollten möglichst wenig befahren sein – im besten Fall nur Schotterwege. Am Ende ergab sich eine Strecke von 840km mit 12.000hm die sich größtenteils abseits von touristisch erschlossenen Gebieten befindet. Insgesamt planten wir 8 Tage für die Tour ein, was eine Durchschnittsstrecke von 105km pro Tag bedeutete.

Da diese Region Marokkos relativ dünn besiedelt war entschieden wir uns alles was wir um im Freien zu campen benötigten, mitzunehmen. Dadurch konnten wir unsere Route fernab von Tourismus und befestigten Straßen planen. Konkrete Zwischenstopps zum Übernachten planten wir nicht im Voraus. Unser Ziel war es täglich gut 100km zurück zu legen.

Die Fahrer

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von links nach rechts:Stefan Schott (Gründer von 8bar bikes), Max Baginski (Projekt Manager bei 8bar bikes), Stefan Haehnel (Freiberuflicher Fotograf und Filmemacher)

 

Die Bikes

 

8bar MITTE – Das MITTE ist das neue Adventure/Gravel Bike von 8bar bikes, welches bis jetzt nur als Prototyp existiert. Entstanden ist die Idee eines in Geometrie und Ausstattung komplett wandelbaren „All-Road-Bikes“, das 8bar MITTE. Um diese Idee umzusetzen haben wir vor kurzem unsere erste Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter.com gestartet. Ausgestattet mit Scheibenbremsen, leichten DT Swiss R32 Spline Laufrädern, breiten All Terrain Reifen und der Befestigungsmöglichkeit für Packtaschen bot es die perfekte Grundlage für eine mehrtägige Fahrradtour. Im März 2016 wird für das Modell eine Crowdfunding Kampagne starten bei der man sich eines der ersten Modelle sichern kann. Wer Interesse an dem Rad hat, sollte sich für den Newsletter von 8bar bikes anmelden. Schreibt dafür einfach eine Mail an info@8bar-bikes.com mit dem Betreff „Newsletter“.

 

kickstarter-button

 

Die Ausrüstung

Es war mit extremen Temperaturunterschieden zu rechnen, da die Strecke über das Atlasgebirge führte. Sommer- sowie Winterklamotten von Adidas Cycling waren Teil der Ausrüstung sein. Zum Übernachten durften zudem ein Zelt, Isomatten, Schlafsäcke und Kochequipment nicht fehlen welche in unseren Blackburn Taschen Platz fanden. Auf Grund der nicht vorhandenen Fahrradläden mussten die Drei auf jeden erdenklichen Defekt vorbereitet sein und sämtliche Ersatzteile selbst mitnehmen. Stefan Haehnel hatte zusätzlich sein komplettes Kameraequipment dabei um den Trip fotografisch sowie filmisch zu dokumentieren.

Klicke hier um die komplette Ausrüstungsliste zu sehen: 8bar-morroco-equipment

Tag 0 / Anreise

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Mit dem Flieger aus Berlin kamen wir in Marrakesh an und fuhren erst mal zu unserer Unterkunft die wir bereits vorab für die erste und letzte Nacht gebucht hatten. Dort angekommen bauten wir unsere Bikes auf um zu sehen ob alles heil geblieben ist und wir nichts vergessen hatten. Zum Glück war alles da und unsere Bikes hatten den Flug gut überstanden. Wir gingen noch schnell in einem typisch marokkanischen Restaurant etwas essen. Danach hieß es auch schon schlafen gehen,denn am nächsten Morgen wollten wir früh aufbrechen.

Tag 1

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Bis zu Kilometer 50 war die Strecke relativ flach und wir kamen gut voran. Am Fuße des Atlasgebirges angekommen ging es für heute nur noch bergauf.

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Am Morgen mussten wir noch ein paar Erledigungen machen. So wurde es Mittag, bis es endlich los ging.  Wir fuhren durch enge Gassen, in denen sich Straßenverkäufer aneinander reihten und es von Touristen nur so wimmelte. Bis zu Kilometer 50 war die Strecke relativ flach und wir kamen gut voran. Am Fuße des Atlasgebirges angekommen ging es für heute nur noch bergauf. Bei Steigungen jenseits der 10% machte sich die Last auf den Bikes dann doch bemerkbar und wir waren uns nicht mehr sicher ob wir die geplanten gut 100km pro Tag schaffen könnten.

Gegen 16:30h fing es bereits an zu dämmern und wir machten uns auf die Suche nach einer passenden Stelle um unser Zelt aufzuschlagen. Auf einer Insel im Fluss wurden wir fündig. Bis wir das Zelt aufgeschlagen hatten war es fast dunkel. Wir suchten uns noch etwas Brennholz und kochten unser Abendessen über offenem Feuer. Den Rest des Abends verbrachten wir am Lagerfeuer – um uns herum war inzwischen absolute Finsternis. Besser hätte der Trip nicht beginnen können.

66,9km / 1034hm
Gesamt-KM: 66,9km (Geplant: 105km)

Tag 2

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Die Menschen hier lebten ohne Strom und fließendes Wasser und bekamen selten Touristen, geschweige denn Touristen auf Fahrrädern, zu Gesicht. Als wir den Ort durchquerten standen überall Leute und winkten uns zu.

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Der Tacho zeigte 66,9 Gesamt-Kilometer an, was einen Rückstand von knapp 40km bedeutete. Wir waren jedoch zuversichtlich dass wir das heute wieder gut machen würden. Laut unserer Karte ging es zwar erst mal weitere ca. 40km bergauf, ab da aber lange Zeit nur noch bergab.

Wir wachten bereits vor Sonnenaufgang auf um früh zu starten. Die ersten 10km führten stetig mit 3-6% auf einer Schotterpiste bergauf. Dann zeigte unsere Karte einen Weg nach links über den Gipfel, der als Nebenstraße eingezeichnet war. Als wir an dem eingezeichneten Punkt ankamen, war dort jedoch keine Abzweigung sondern nur eine Art Pfad. Wir waren uns nicht sicher ob wir richtig waren und fuhren ein paar Hundert Meter auf und ab. Da es  keine andere Abzweigung gab musste es sich um den Pfad handeln. Nach 5km kaum befahrbarem Wanderweg, schauten wir erneut auf die Karte in der Hoffnung, dass ein weiterer, besserer Weg über den Kamm führt. Die nächste Abzweigung lag weit zurück. Dafür hatten wir uns schon zu weit bergauf gekämpft. Laut unserer Karte traf der Pfad jedoch in etwa 10km wieder auf eine stärker befahrene Straße. Einstimmig entschieden wir uns dafür weiter zu gehen um nicht wieder komplett zurück zu müssen. Anfangs machte es noch Spaß und wir konnten Teilstücke fahren. Als wir  tiefer ins Gebirge vordrangen, wurden die Felsen immer größer und wir mussten unsere schwer beladenen Fahrräder über die Felsbrocken heben, um voran zu kommen.  In diesem Tempo schafften wir gerade mal 2-3 km pro Stunde. Nach 10km wandern und Bikes schieben, waren wir total erschöpft. Die Sonne stand schon tief am Himmel, als wir eine kleine Ortschaft erreichten. Die Menschen hier lebten ohne Strom und fließendes Wasser und bekamen selten Touristen, geschweige denn Touristen auf Fahrrädern, zu Gesicht. Als wir den Ort durchquerten standen überall Leute und winkten uns zu. In Deutschland hätte man in solch einem Bergdorf wohl höchstens eine Katze die Straße kreuzen sehen, doch hier war es voller Leben. Von nun an wurde der Weg zum Glück wieder etwas besser und teilweise fahrbar. Wir waren mittlerweile auf knapp 2.000m ü. NN. und die Temperatur war bis auf 5°C gesunken. Als wir an der Straße ankamen war es bereits dunkel.

 

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An Zelten war also nicht mehr zu denken und wir suchten uns eine kleine Pension im nächsten Ort. Trotz der Strapazen war dieser Tag für uns alle ein unvergessliches Erlebnis. Das einzige Problem das sich ergab war dass unser Tacho gerade mal 30km anzeigte. Dies bedeutete dass wir nach zwei Tagen gerade mal 96,9km von den angestrebten 220km geschafft hatten. Nun stellte sich die Frage ob es überhaupt noch möglich war die geplante Distanz in 8 Tagen zu schaffen. Unser Rückflug war bereits gebucht und abkürzen war auf Grund der wenigen Routen, welche über den Kamm des Atlasgebirges führten, auch nicht wirklich möglich…

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30,0km / 1.123hm
Gesamt-KM: 96,9km (geplant: 210km)

…Fortsetzung folgt. Lies den zweiten Teil der „8bar Adventures – Marokko – Atlasgebirge“ Story bald hier auf dem Blog.


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